Dachverbände und Anerkennung
Im Bereich der tiergestützten Therapie besteht häufig Unsicherheit darüber, welche Rolle Berufsverbände, Dachorganisationen und Zertifizierungen spielen. Diese Fragen sind nachvollziehbar, da es sich um ein Arbeitsfeld handelt, das in Deutschland bislang nicht staatlich geregelt ist.
Auch die ganzheitlich-funktionelle tiergestützte Therapie bewegt sich in diesem strukturellen Rahmen.
Keine staatliche Anerkennung – ein struktureller Kontext
In Deutschland existiert derzeit keine staatliche Anerkennung für tiergestützte Therapien oder Reittherapien – weder für die praktische Tätigkeit noch für die dazugehörigen Aus- oder Weiterbildungen. Dies betrifft alle Formen tiergestützter Arbeit gleichermaßen.
Das Fehlen staatlicher Regelungen ist kein Qualitätsurteil. Es beschreibt vielmehr den rechtlichen und institutionellen Rahmen, innerhalb dessen sich tiergestützte Therapien aktuell bewegen. Vergleichbare Situationen finden sich auch in anderen Berufs- und Tätigkeitsfeldern.
Warum keine Verbandszugehörigkeit?
Der Therapiehof Brachfeld ist derzeit keinem Berufsverband und keiner Dachorganisation angeschlossen. Diese Entscheidung wurde bewusst getroffen und ist Ausdruck einer klaren fachlichen und ethischen Haltung.
Zwar verfolgen viele Verbände das Ziel, durch einheitliche Standards Qualität zu sichern. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass bestehende Standards häufig sehr niedrigschwellig angesetzt sind und zentrale Aspekte ganzheitlicher, tiergerechter Arbeit nicht ausreichend abbilden.
Insbesondere im Bereich Tierwohl orientieren sich viele Organisationen an den jeweils gültigen nationalen Tierschutzgesetzen. Diese stellen Mindestanforderungen dar, decken aus Sicht einer konsequent artgerechten und verantwortungsvollen Arbeit jedoch nicht die tatsächlichen Bedürfnisse der Tiere ab.
Qualität jenseits formaler Anerkennung
Qualität in der tiergestützten Therapie entsteht nicht durch Logos, Mitgliedschaften oder formale Zertifizierungen.
Sie zeigt sich vielmehr in:
Formale Anerkennungen können diese Aspekte nicht ersetzen.
Individualität statt Standardisierung
Zunehmende Bestrebungen zur Standardisierung tiergestützter Therapien stehen in einem Spannungsfeld zur individuellen, beziehungsorientierten und kontextsensiblen Arbeit.
Ganzheitlich-funktionelle tiergestützte Therapie lässt sich nicht in starre Abläufe oder allgemeingültige Schemata pressen, ohne an Tiefe, Passgenauigkeit und Verantwortung zu verlieren. Entwicklungsprozesse verlaufen individuell – bei Menschen ebenso wie bei Tieren.
Weiterbildung aus innerer Haltung
Auch gängige Lizenz- und Fortbildungsmodelle, bei denen Berufsbezeichnungen zeitlich begrenzt und an formale Verlängerungen gekoppelt sind, werden bewusst nicht übernommen.
Wer die Inhalte unserer Arbeitsweise wirklich verinnerlicht hat, entwickelt sich aus eigener Motivation weiter – aus Verantwortung, Neugier und fachlichem Anspruch. Weiterbildung entsteht hier aus innerer Haltung, nicht aus formalen Verpflichtungen.
Absolventinnen und Absolventen entscheiden daher eigenständig, wo und in welchem Umfang sie sich fort- oder weiterbilden.
Unser Fazit
Der Therapiehof Brachfeld verzichtet bewusst auf Verbandszugehörigkeiten, da Qualität dort nicht formal, sondern inhaltlich und ethisch verstanden wird. Maßgeblich sind Haltung, Verantwortung und konsequent gelebtes Tierwohl – nicht externe Zertifizierungen.
Sollten sich bestehende Verbände künftig klarer an:
orientieren, kann sich diese Entscheidung selbstverständlich ändern.
Bis dahin übernehmen wir Verantwortung auf unsere Weise – zum Wohle der Tiere und der Menschen, die sich einer tiergestützten Therapie anvertrauen.
Häufige Fragen zum Thema Anerkennung und Verbände
Ist die ganzheitlich-funktionelle tiergestützte Therapie staatlich anerkannt?
Nein. In Deutschland sind derzeit keine Formen der tiergestützten Therapie staatlich anerkannt. Dies betrifft alle Ansätze gleichermaßen und ist kein spezifisches Merkmal dieser Arbeitsweise.
Bedeutet fehlende Verbandszugehörigkeit geringere Qualität?
Nein. Qualität entsteht durch fachliche Tiefe, Haltung, Erfahrung und verantwortungsvolles Arbeiten – nicht durch formale Mitgliedschaften.
Gibt es ein Zertifikat nach Ausbildung oder Weiterbildung?
Ja. Nach erfolgreichem Abschluss einer Ausbildung inklusive Prüfung erhalten Absolventinnen und Absolventen ein institutsinternes Zertifikat.
Können Arbeitgeber, Verbände oder Institutionen dennoch Qualifikationen verlangen?
Ja. Je nach Kontext können unterschiedliche Anforderungen an Qualifikationen gestellt werden. Diese haben jedoch nichts mit einer staatlichen Anerkennung im engeren Sinne zu tun.
Kurze Zusammenfassung
Der Therapiehof Brachfeld verzichtet bewusst auf formale Verbandszugehörigkeiten, da Qualität hier nicht über Zertifizierungen definiert wird. Im Mittelpunkt stehen Haltung, Verantwortung, fachliche Tiefe und konsequent gelebtes Tierwohl als Grundlage der ganzheitlich-funktionellen tiergestützten Therapie.